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Let's talk about MONEY; Warum wir über Geld sprechen müssen

20. Aug.
3 Min. Lesezeit

Geld ist eines der häufigsten Konfliktthemen in Paarbeziehungen. Und trotzdem sprechen viele Paare erstaunlich wenig darüber. Dabei geht es bei Geld selten nur um Geld. Hinter einem Streit über eine Rechnung, einen Urlaub oder eine grössere Anschaffung stecken oft ganz andere Fragen: Bin ich sicher? Habe ich genug Freiheit? Ist es fair? Wer entscheidet? Und werde ich mit meinen Bedürfnissen gesehen?


 

Wir alle bringen unsere eigene Geldgeschichte mit in eine Beziehung. Wer in einer Familie aufgewachsen ist, in der Geld knapp war, entwickelt vielleicht ein starkes Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit. Für jemand anderen bedeutet Geld vor allem Genuss und Freiheit. Dadurch kann Sparen für die eine Person Sicherheit bedeuten, während es sich für die andere wie Verzicht anfühlt. Genau deshalb ist es hilfreich, bei Geldkonflikten nicht nur über Zahlen zu sprechen. Was steckt hinter dem Streit? Vielleicht geht es eigentlich um Sicherheit. Oder um Autonomie. Vielleicht fühlt sich jemand kontrolliert oder nicht ausreichend anerkannt.

 

Auch die finanzielle Realität von Frauen macht diese Fragen relevant. Teilzeitarbeit, Care-Arbeit und Unterschiede bei Einkommen und Altersvorsorge können langfristig zu finanziellen Abhängigkeiten führen. Gerade die unbezahlte Care-Arbeit kann dabei ein Thema werden, weil sie für das gemeinsame Leben enorm wichtig ist, finanziell aber häufig unsichtbar bleibt. Finanzielle Selbstbestimmung bedeutet deshalb nicht, in einer Partnerschaft alles getrennt zu halten. Sie bedeutet vielmehr, die eigene finanzielle Situation zu kennen, mitreden und mitentscheiden zu können.

 

Aber wie spricht man über das Thema Geld?

 

Ein wichtiger Schritt ist, Geldgespräche nicht erst dann zu führen, wenn es bereits eskaliert. Statt im Streit über einen konkreten Kauf zu diskutieren, kann es hilfreich sein, bewusst einen ruhigen Zeitpunkt zu wählen (zum Beispiel ein regelmässiges „Geld-Gespräch“). Dann geht es nicht darum, möglichst schnell eine Lösung zu finden, sondern zuerst darum, einander zu verstehen. Dabei helfen unter anderem Ich-Botschaften (Was bedeutet Geld für mich? Was habe ich in meiner Familie über Geld gelernt? Was wünsche ich mir für uns?). Damit spreche ich über meine eigene Wahrnehmung und mein Bedürfnis, statt den anderen anzugreifen. Ebenso wichtig ist aktives Zuhören. Eine Person spricht, die andere hört zunächst zu und versucht, das Gesagte wirklich zu verstehen: „Habe ich richtig verstanden, dass …?“. Erst wenn sich die sprechende Person verstanden fühlt, werden die Rollen getauscht. Diese Struktur kann helfen, dass ein Gespräch nicht sofort in Rechtfertigung, Kritik oder Gegenangriffe kippt.

Besonders spannend wird es, wenn wir nicht nur über die aktuelle finanzielle Situation sprechen, sondern über unsere persönliche Geschichte: Was habe ich in meiner Familie über Geld gelernt? Was bedeutet Geld für mich? Was macht mir Angst? Und was wünsche ich mir für uns als Paar? Dabei hilft es auch, Transparenz zu schaffen: Was teilen wir finanziell? Was entscheidet jede Person selbst? Welche Ausgaben besprechen wir gemeinsam? Und wie wollen wir mit unterschiedlichen Einkommen oder mit Care-Arbeit umgehen?

 

Letztlich geht es bei einem guten Umgang mit Geld nicht darum, immer einer Meinung zu sein, sondern offen über Bedürfnisse, Ängste und Wünsche sprechen zu können. So kann aus einem Konfliktthema eine Chance entstehen, als Paar mehr Verständnis, Fairness und finanzielle Selbstbestimmung zu entwickeln.


Wenn ihr mehr über dieses Thema erfahren möchtet, meldet euch gerne für den Abend am Mittwoch, 26. August, an. Lisa Tscherry und ich nehmen uns an diesem Abend Zeit, diesem oft unterschätzten Beziehungsthema auf den Grund zu gehen. Ich zeige, was in Beziehungen tatsächlich passiert, wenn Geld zum Thema wird und warum Gespräche darüber so schnell zu Spannungen und Konflikten führen können. Lisa Tscherry ordnet dazu die finanzielle Realität von Frauen in der Schweiz ein: Lohnunterschiede, Teilzeit, Care-Arbeit, Pensionskasse und Ehevertrag. Und natürlich bleibt es nicht bei der Theorie: Wir machen eine wissenschaftlich fundierte Paarübung, die ihr anschliessend zu Hause gemeinsam weiterführen könnt. Hier gehts zur Anmeldung

 
 
 

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